Skip to Content
Video Blogs

ARD-aktuell

16. Dezember 2014

Wer Angst sät, will Macht ausüben

Die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung waren geprägt von Aufbruchstimmung, einem neuen Gefühl der Sicherheit. Vergleicht man damit die heutige Gefühlslage der Nation, so scheint der damalige Optimismus einer tiefen Verunsicherung gewichen zu sein.

Die eigene Zukunft ist einer zunehmenden Zahl besorgter Bürger unklar: Sie öffnen sich Gruppierungen, die Entlastung anbieten, vermeintlich Sicherheit verheißen, einfache Antworten geben und Schuld zuweisen. Dadurch nehmen sie den Verunsicherten Ängste und erweitern ihren eigenen Einfluss. Die “FAZ am Sonntag” merkt dazu an: “Irgendetwas scheint am Kippen. Es beunruhigt, dass es immer mehr Menschen gibt, die von der Politik nichts mehr erwarten und Politiker verachten.” Politikwissenschaftler sprechen bereits von einer Abkopplung der Kommunikationsräume von Politik und Volk. Weiterlesen

ARD-aktuell

8. Dezember 2014

Die “Entscheidungsschlacht” um Kobane

Erinnern Sie sich an die syrisch-türkische Grenzstadt Kobane? Vor einigen Wochen waren unsere Sendungen voll von Berichten über den erbitterten Kampf zwischen Kurden und dem Islamischen Staat um diesen Ort. In nahezu allen Medien rückte diese Stadt in den Nachrichtenfokus. Die Entscheidungsschlacht schien nur noch eine Frage von Tagen. Und jetzt? Heute haben wir in den Tagesthemen mal wieder über Kobane gesprochen. Weiterlesen

ARD-aktuell

17. November 2014

Putin einsam oder nicht einsam?

Die Berichterestattung deutscher Medien über den Ukraine-Konflikt ist ja seit Monaten Diskussionsthema in Print-, Online-, TV- und Hörfunkredaktionen. Fast hatte ich schon die Sorge, dass die ARD mit dem Putin-Interview von gestern in den Verdacht geraten könnte, Russland-Versteher zu sein. Da stellt Stefan Niggemeier unser Weltbild wieder vom Kopf auf die Füße. Wir sind und bleiben die heimlichen Unterstützer der NATO, die täuschen, fälschen und verdrehen.  Weiterlesen

tagesschau.de

5. November 2014

Der #mauerfall auf Twitter

“Im Umgang mit Superlativen ist Vorsicht geboten, sie nutzen sich leicht ab, aber heute Abend darf man einen riskieren: Dieser neunte November ist ein historischer Tag.” Mit diesen Worten eröffnete Hanns Joachim Friedrichs am 9. November 1989 um 22.42 Uhr die Tagesthemen. Wenige Stunden zuvor hatte der damalige SED-Politiker Politiker Günther Schabowski auf einer Pressekonferenz mit den holprigen Halbsätzen “Das tritt nach meiner Kenntnis - ist das sofort, unverzüglich” einen der wichtigsten Momente der deutschen Nachkriegsgeschichte bekannt gegeben, der sich an diesem Sonntag zum 25. Mal jährt: den Fall der Berliner Mauer.

Hanns Joachim Friedrichs

Hätte es vor 25 Jahren schon soziale Netzwerke gegeben – die Grenzöffnung der DDR hätte sich sicherlich auch hier verbreitet und wäre hier diskutiert worden. Kommentare, Fotos und Videos hätten auf Facebook, Youtube und Twitter die Runde gemacht. Damals gab es aber soziale Netzwerke bekanntlich noch nicht.

Wir holen den #mauerfall nach

Ein Vierteljahrhundert später holen wir das nach. An diesem Sonntag erzählen wir den Tag des Mauerfalls auf tagesschau.de und auf Twitter unter @tagesschau mithilfe von Tweets, Fotos und Videos nach. Beginnend mit der Tagesschau um neun Uhr, über die Reise von Bundeskanzler Kohl nach Polen bis hin zu der berühmten Schabowski-Pressekonferenz und den feiernden Menschen auf der Berliner Mauer - wir bilden die Ereignisse des 9. November 1989 noch einmal für Sie ab. Pünktlich um 20 Uhr zeigen wir Ihnen die Tagesschau, um 22.42 Uhr die Tagesthemen mit Hanns Joachim Friedrichs von damals. Letztere wiederholen wir um 23.20 Uhr auf Tagesschau24.

Mit diesem Projekt wollen wir einerseits denjenigen, die noch zu jung oder noch gar nicht geboren waren, um sich zu erinnern, den Tag des Mauerfalls näherbringen. Gleichzeitig können jene, die den 9. November 1989 erlebt und damals vielleicht die Tagesschau mit Jo Brauner im Fernsehen gesehen haben, den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Sie benötigen dafür keine Zugänge oder einen eigenen Account.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen und hoffentlich den einen oder anderen Gänsehautmoment.

Auslandskorrespondenten

1. Oktober 2014

Chronologie eines Fehlers

Am 20. Mai diesen Jahres sind die Zuschauer und Zuschauerinnen von mir über eine 35-Sekunden-Sequenz hinweg falsch informiert worden. Ich habe ein Bataillon der Separatisten mit einem ukrainischen Freiwilligen-Bataillon verwechselt. Letzteres war für den Tod von Zivilisten verantwortlich. Die Verwechslung bedauere ich ausdrücklich.
Wie kann so etwas passieren? Weiterlesen

ARD-aktuell

1. Oktober 2014

Noch einmal: Ukraine-Berichterstattung

Vorgestern hatte ich von unserer internen Diskussion über die Ukraine-Berichterstattung erzählt. Dabei haben wir einen selbstkritischen Blick auf unsere Arbeit geworfen, aber zugleich war mir wichtig, dass wir keinen schweren sachlichen Fehler begangen haben. Und nun stellt sich heraus, dass wir vor fünf Monaten doch einmal gravierend danebengelegen haben. Weiterlesen

ARD-aktuell

29. September 2014

Zwischenbilanz: Der Ukraine-Konflikt in der Tagesschau

Der Ukraine-Konflikt ist längst nicht beigelegt. Aber der Krieg in Syrien und Irak sowie die Bombardements gegen den “Islamischen Staat” haben dem osteuropäischen Konfliktherd in den Nachrichten wieder den Rang abgelaufen. Der Pulverdampf über der Ukraine hat sich erst einmal verzogen. Und allmählich auch der Pulverdampf der emotionsgeladenen Diskussion über die Ukraine-Berichterstattung. Für unsere Redaktion heute Gelegenheit für eine Zwischenbilanz. Weiterlesen

ARD-Hauptstadtstudio

14. September 2014

Wenn Wähler wandern…

… war ihr Ziel heute vor allem die AfD. Die Wanderungsbewegungen in Brandenburg und Thüringen sind dem Grunde nach ähnlich. Da Brandenburg aber 2009 durch die parallel stattfindende Bundestagswahl eine sehr hohe Wahlbeteiligung hatte, wird das Bild dort durch die Abströme zu den Nichtwählern verzerrt. Die AfD kommt nach momentaner Schätzung auf etwa 120.000 Stimmen, etwa die Hälfte mehr als bei der Europawahl. Und diese Stimmen hat sie aus allen politischen Lagern geholt, vor allem von der Linken und der CDU. In Brandenburg wanderten etwa 19.000 Wähler von diesen beiden Parteien zur AfD. Dazu kommen 14.000 Stimmen aus der „Konkursmasse der FDP“ und etwa 12.000 Stimmen von der SPD. Der Wahlverlierer Linke hatte vor allem ein Mobilisierungsproblem. Über 100.000 ehemalige Linke-Wähler sind zu hause geblieben. Das hat den Absturz der Partei bewirkt. Weiterlesen

ARD-DeutschlandTrend

14. September 2014

AfD in Thüringen und Brandenburg

Das Muster des Erfolgs ist genau das gleiche wie vor 14 Tagen in Sachsen: Thüringen und Brandenburg sind Länder, in denen sich die Wirtschaftslage deutlich verbessert hat, die Arbeitslosigkeit ist gesunken, die Landesregierungen haben begonnen Schulden abzubauen. Eigentlich nicht das typische Klima, in dem eine Protestpartei wächst. Trotzdem ist die Enttäuschung über die anderen Parteien so groß, dass die AfD ihre beachtlichen Werte erreichen kann. In Brandenburg sind es 63 Prozent der AfD-Wähler, die „Enttäuschung über andere Parteien“ als Motiv angeben. Weiterlesen

ARD-Hauptstadtstudio

31. August 2014

Wählerwanderung

Inzwischen liegen uns erste Auswertungen vor. Die AfD hat vor allem Wähler am Rande der CDU zu sich herüber holen können, 34.000 an der Zahl. Etwa gleich große Zuströme gibt es von FDP, Linken und NPD mit jeweils 15.000 bis 18.000 Stimmen. Interessant daran: Auch bei früheren Landtagswahlen haben Wähler von CDU und FDP den Weg zu Protestparteien und sogar ins rechtsextreme Lager zur NPD gefunden. Zwischen dem bürgerlichen und dem rechten Lager scheint es in diesem Bundesland keine richtige Trennung zu geben.

Bitter für die CDU: Sie erreicht nach jetziger Schätzung gerade noch 650.000 Stimmen. Bei der Landtagswahl 1999 waren es mit gut 1,2 Millionen noch doppelt so viele.